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Geschichte der Windmühle in Tündern

Von 1883 bis heute

Die Holländer-Windmühle am Weserdamm in Tündern wurde 1883 erbaut. Während zunächst die vier Bäckereien in Tündern ihr Mehl aus der Windmühle bezogen, wurde später noch bis 1960 darin Getreide geschrotet und als Futtermittel von den Bauern bezogen. Bis zum Jahr 1941 konnte für den Antrieb Windkraft genutzt werden. Jedoch war schon im Jahr 1921 ein Motor in ein kleines Nebengebäude eingebaut worden, um von Wind und Wetter unabhängig zu sein.

Windmühle Tündern

Nach dem 2. Weltkrieg setzte ein langsamer aber stetiger Verfall der Mühle ein. Als 1974 der Heimatverein „Tundrium“ gegründet wurde, setzte er sich für eine grundlegende Renovierung und Instandsetzung der Windmühle ein. Mit der Hilfe von vielen kleinen und großen Spenden konnte sie 1979 mit einem neuen Dach und frisch verputzt eingeweiht werden.

Am späten Abend des 27. Juli 1980 ging ein schweres Gewitter über Tündern nieder. Ein Blitz traf die Windmühle, und sie brannte fast vollständig aus. Dach, Mühlenkrone, Windrose und Mahlwerk waren zerstört. Dank eines unglaublichen Engagements und vieler helfender Hände konnte schon ein Jahr später der Wiederaufbau abgeschlossen werden. Als Wahrzeichen der Ortschaft Tündern und als Wegmarke für die vielen Touristinnen und Touristen auf dem Weserradweg wurde sie wieder zu einem Denkmal alter Handwerkskunst.

Doch jetzt hatte wieder der Zahn der Zeit an der Windmühle genagt. Die Holzflügel waren morsch, der Putz hatte unter Wind und Wetter gelitten, das Mauerwerk war schadhaft. Eine gründliche Instandsetzung war daher dringend erforderlich, um das Baudenkmal zu erhalten und wieder der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dafür haben wir am 15. August 2024 einen Förderverein gegründet.

Mühlen in Märchen, Sagen und Geschichten

Die Windmühle in Tündern liegt nicht nur an Deutschlands beliebtestem Radweg, sie liegt auch an der Deutschen Märchenstraße.

Ist Euch schon einmal aufgefallen, in wie vielen Märchen und Geschichten Mühlen, der Müller, die Müllerstochter oder der Müllerssohn eine Rolle spielen? In den Märchen der Grimms wie z.B. „Der gestiefelte Kater“ oder „Rumpelstilzchen“, bis hin zu der Sage „Krabat“, spielt das Müllerhandwerk eine nicht immer sympathische Rolle. Tatsächlich galt der Müllerberuf lange Zeit als unehrenhaft. Angeblich wurden Diebe und Räuber in den Mühlen versteckt. Niemand konnte genau wissen, was sich in den Mühlen tat. Es wurde misstrauisch beobachtet, die Mühlen lagen außerhalb der städtischen oder dörflichen Gemeinschaften und waren einer sozialen Kontrolle entzogen. Dazu kam die Abhängigkeit der Bauern von den Mühlen, um ihr Getreide verarbeiten zu können. Erst im neunzehnten Jahrhundert änderte sich die Haltung und die Mühlen wurden zu einem wesentlichen Garant für die Lebensmittelversorgung.

Dieses traditionelle Handwerk lassen wir in der Windmühle Tündern wieder lebendig werden.